Schottlands Destillerien
You don't come to Scotland for the sun ...
Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einige schottische Destillerien vorstellen, die ich bei der einen oder anderen Schottland Reise besucht habe. Die Reihenfolge der aufgeführten Destillerien ist keine Wertung, sondern schlicht und einfach alphabethisch.
Da ich nicht jedes Jahr jede Destille besuchen kann, kann sich natürlich hier und da etwas ändern. Falls Ihnen bei Ihrem Besuch gravierende Änderungen zu meinen Beschreibungen auffallen, freue ich mich auf Ihre Mitteilung!

Aberfeldy Distillery
(Aberfeldy, Speyside)
Die Aberfeldy Distillery wurde 1898 von John Dewar erbaut und liegt östlich des gleichnamigen Örtchens in der Region Perthshire. Produziert wird ein 12- und ein 21-jähriger Single Malt Aberfeldy Whisky, ein Großteil der Whiskyproduktion geht jedoch in die Dewar's Blends, die vor allem in den USA einen großen Absatzmarkt haben. Bemerkenswert an der Destillerie ist, dass das Stillhouse mit vier Brennblasen mit einer Glasfront versehen ist. So kann man sich schon mal von außen einen Einblick verschaffen. Das Wasser bezieht die Brennerei aus dem Flüsschen Pitilie, wo es munter und glasklar über und durch Basalttuffgestein plätschert. Das Besucherzentrum ist gemütlich eingerichtet, neben Whisky und Souvenirs gibt es Kaffee, Tee und kleine Snacks. Und natürlich besteht die Möglichkeit, eine Tour durch die Destillerie zu buchen. Hier kann man sehr viel über die Geschichte des Whiskys und die Entstehung der Destillerie erfahren. Sir Thomas Robert Dewar – jüngste Sohn des Gründers John Dewar – war zu seiner Zeit eine der bekanntesten Persönlichkeiten Schottlands. Früh reiste der wortgewandte Mann umher, um Dewar's weltweit bekannt zu machen. (Stand: Sommer 2009)

Edradour Distillery
(Pitlochry, Highlands)
Die Edradour Distillery gilt als kleinste Destillerie Schottlands. Sie liegt bei Pitlochry, einem netten, kleinen Touristenort in den Central-Highlands. In Pitlochry kann man sich gut eine Unterkunft suchen und dann zu Fuß den kleinen Anstieg zu der romantisch gelegenen Destillerie mit den weiß getünchten Häusern und roten Toren bewältigen. Auch hier zögern wir nicht lange und nehmen an der (damals kostenlosen) Führung teil. In einem gemütlichen Raum gibt es schon vorab ein Probier-Schlückchen und dazu einen Film mit Informationen zur Geschichte der Destillerie. Große Strecken muss man nicht zurücklegen. Die gesamte Produktion spielt sich in einem Gebäude ab und es wird nach alter Tradition gearbeitet. Drei Mitarbeiter sind zuständig für die Herstellung von wöchentlich circa 12 bis 15 Fässern – Schottlands einziger handgemachter Whisky. Was das bedeutet? Schauen Sie es sich am besten direkt in der Edradour Distillery einmal an. Idyllisch an einem Fluss gelegen, kann man hier auch nach der Führung noch eine Zeit lang verweilen. Ich muss Sie jedoch warnen: Trotz der geringen Produktionsmenge gibt es eine ungewöhnlich große Produktvielfalt und nicht alle Whiskys werden ins Ausland exportiert. Das ist ein Verkaufsargument, dem kaum ein Whiskyliebhaber widerstehen kann … (Stand: Sommer 2009)

Glen Moray Distillery
(Elgin, Speyside)

Glenmorangie Distillery
(Tain, Highlands)
Glenmorangie ist einer der Top-Whiskyhersteller weltweit. Und das meines Erachtens zu Recht. Schon allein der »Glenmorangie Original« überzeugt als Allrounder in Geschmack und Qualität sowie auch im Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Brennerei liegt in den nördlichen Highlands am Ufer des Dornoch Firth, gegründet wurde sie 1843 von John und William Matheson. Den Namen Glenmorangie spricht man übrigens mit Betonung auf der dritt-letzten Silbe aus – das lernen wir bei der Besichtigung der Destille. Glenmorangie bedeutet so viel wie »Tal der tiefen Ruhe«. Die Destille ist auf Besucher eingestellt. Es gibt einen großen Besucherparkplatz. Das Besucherzentrum ist nett aufgemacht, der Gast kann sich mit einer kleinen Ausstellung und kurzweiligen Filmchen zur Geschichte der Brennerei die Zeit bis zum Beginn der Tour vertreiben, bei der leider das Still-House nur von außen betrachtet werden darf. Zum Abschluss gibt es einen Dram und man kann noch ein wenig über das Gelände streifen – und wer mag, kann natürlich auch einen guten Tropfen aus dem Shop mitnehmen. (Stand: Sommer 2016)

Macallan Distillery
(Craigellachie, Speyside)
Macallan gilt als der Rolls Royce unter den schottischen Single Malts. Die Gebäude der Speyside-Destillerie erheben sich oberhalb des River Spey am Rande von Craigellaiche. An dieser Stelle sei auch einmal erwähnt, dass aus der Speyside-Region mehr als die Hälfte aller Single Malts weltweit kommen. Die Macallan Distillery wurde 1824 von Alexander Reid gegründet, siebzehn Jahre später gab es die erste Abfüllung. Weltweite Vermarktung fand der leckere Single Malt jedoch erst ab 1980. Macallan besitzt das größte Lagerhaus Europas – 60.000 Fässer finden hier Platz. Ungewöhnlich sind auch die 21 kleinen Brennblasen, die Macallan verwendet und die diesem Whisky seinen speziellen Geschmack verleihen. Die Brennblasen sind übrigens so ungewöhnlich, dass sie es sogar auf die 10 Pfund Noten der Bank of Scotland schafften. Im Verhältnis zu den anderen Destillerien, deren Besucherzentren meist mit viel Holz und warmen Licht ausgestattet sind, ist Macallans Präsentation eher von einer hellen Eleganz geprägt. Ein Besuch lohnt sich. Der Empfang ist freundlich und mit einem kleinen Gläschen zum Kennenlernen kann man es sich auf einer edlen Holzbank gemütlich machen und ein kurzes Video über die Geschichte der Macallan Distillery ansehen. Reihum stehen Whiskys aller Alters- und Preisklassen in den Regalen und es gibt Merchandising Produkte wie Jacken, T-Shirts und natürlich Tassen und Gläser. Möchte man an einer Besichtigungstour teilnehmen, sollte man unbedingt im Voraus buchen. (Stand Sommer 2009 – Anmerkung: Zwischenzeitlich wurde das Besucherzentrum immens ausgebaut. Zutritt und Führung nur noch mit Anmeldung.)

Scapa Distillery
(St. Ola, Islands)
Ebenfalls auf meiner liebsten schottischen Insel, Orkney/Mainland, steht die Scapa Distillery. Die Brennerei befindet sich in St. Ola und liegt direkt an der geschichtsträchtigen Bucht »Scapa Flow« auf dem Gelände einer ehemaligen Mühle. Mit nur einer Wash- und einer Spirit Still ist das Produktionsvolumen ein ganzes Stück kleiner, als das der wenigen Meilen entfernten Highland Park Distillery. Auch die Produktpalette ist bislang noch überschaubar. Beides mag daran liegen, dass die Brennerei nach mehrjähriger Pause erst 2004 wieder voll in Betrieb genommen wurde. Dabei reicht die Geschichte der Brennerei weit zurück, 1885 von John T. Townsend und Mac Farlane gegründet, erlebte sie im Laufe der Jahre einige Eigentümerwechsel. Heute gehört sie zu Pernod Ricard, darf aber ihren ganz eigenen Stil behalten. Den erlebt man zum Beispiel bei einer Tour durch die Brennerei. Eine Vorab-Buchung (online über die Scapa-Website) ist empfehlenswert, ich würde die Tour jedoch nicht gleich am ersten Urlaubstag buchen. Es ist von Vorteil, sich zunächst etwas zu akklimatisieren – insbesondere was den lokalen Dialekt betrifft. Unser junger Tourguide hatte den ziemlich gut drauf … Nichtsdestotrotz war die Tour interessant, am Ende gab es einen Dram – und das Tastingglas gab es als Souvenir zum Mitnehmen gleich dazu. Fotografieren ist während der Tour nicht erlaubt. Wer ein schönes Motiv sucht, sollte zur Scapa-Bucht fahren. Bei einem kleinen Spaziergang über den hellen Sandstrand zu den Dünen gelangt man an die Rückseite der Brennerei mit dem schönen Schriftzug. (Stand: Frühjahr 2018)

Speyside Cooperage
(Craigellachie, Speyside)
Wie der Whisky ins Fass kommt, haben wir mittlerweile erfahren. Aber wie entsteht eigentlich so ein Fass? Diese Frage beantwortet ein Besuch in der Speyside Cooperage – die einzige Böttcherei, die in Schottland noch in Betrieb ist und besichtigt werden kann. Seit 1947 werden hier Whiskyfässer in alter Tradition hergestellt und aufbereitet (jährlich an die 100.000 Fässer). Auch an diesem Ort gibt es wieder mehrsprachige Informationen. In einer Ausstellung ist die Geschichte der Fassmacherei beschrieben. Zur Führung gehört ein Film, der die Herstellung der Fässer beschreibt. Whiskyfässer werden aus dem Holz der nordamerikanischen Eiche gefertigt und haben eine Lebensdauer von circa 50 Jahren (bevor sie als Blumenkübel oder Wassertrog in unserem Garten enden). Im Anschluss an den Film kann man einen Blick in die gläserne Werkstatt werfen und den Männern bei ihrer harten Arbeit zusehen. Eine junge Angestellte gibt bereitwillig Auskunft über das Handwerk und wir erfahren, dass die Ausbildung zum Böttcher fünf Jahre dauert und es so gut wie keine Frauen in diesem Beruf gibt. Ich kann’s verstehen, mich verlassen schon beim Zuschauen die Kräfte. Wer will, kann sich an einem kleinen Demo-Fass versuchen. (Stand: Sommer 2009)

The Scotch Whisky Experience
(Edinburgh)
In Edinburgh gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten – aber keine Whisky-Destillerie. Dafür befindet sich unweit des Schlosses »The Scotch Whisky Experience«. Shop, Info-Tour, Tasting und größte Whisky-Ausstellung weltweit. Die Info-Tour erfolgt in einer kleinen »Geister-Bahn« – Gondeln in Form alter Fässer, dazu gibt es einen Audio-Guide für die eigene Sprachauswahl, an den einzelnen Stationen begegnet einem der Geist eines netten älteren Herren, der dem interessierten Gast erklärt, was man gerade sieht. Nett gemacht, allerdings ersetzt es auf keinem Fall den Besuch einer richtigen Destillerie. Am Ende der Tour kann man sich in einem Raum noch kurz über die Arbeit der Böttcherei informieren, dann versammelt sich die Gruppe in einem modernen Konferenzraum und es folgt ein Vortrag über den Scotch Whisky inklusiv Schnupper-Probe. Dieser Teil der Tour gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Regionen und ihre Besonderheiten: Highland mit Islands, Speyside, Lowland, Islay und Campbeltown. Und dann folgt der Höhepunkt – die Whiskyausstellung! Über 3400 Flaschen Whisky werden präsentiert, dazu darf sich jeder ein Schlückchen des Whiskys aus seiner Lieblingsregion gönnen. Mit 6 Flaschen hatte der Sammler (dessen Namen ich mir leider vor lauter Begeisterung nicht gemerkt habe) vor gut 35 Jahren begonnen. Heute stehen in der Ausstellung Whiskys aller Farben, Formen und Nationen. Ehrfürchtiges Staunen unter den Anwesenden. Wer dabei auf den Geschmack gekommen ist, kann sich im Anschluss im Shop die erste Flasche seiner Sammlung kaufen. (Stand Sommer 2009)


Aberlour Distillery
(Charlestown of Aberlour, Speyside)
Ein Besuch der Aberlour Distillery ist unbedingt empfehlenswert! Es finden täglich geführte Touren inklusiv Whisky-Verkostung statt (Voranmeldung notwendig). Es ist ratsam, zu dieser Tour nicht mit dem PKW, sondern mit dem Bus oder zu Fuß zu kommen. Zunächst erwartete uns eine sehr gute und unterhaltsame Einführung in die Whiskyproduktion, modern präsentiert, mit animierter Bildershow von einer netten älteren Schottin namens Marble. 1879 wurde die Destillerie von James Fleming gegründet – und schon wenige Jahre später, im Jahre 1898, bei einem Brand fast völlig zerstört, aber sofort wiederaufgebaut. Fleming hatte keine direkten Nachkommen und heute gehört die Destillerie aus der Speyside-Region zum französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard. Bei der folgenden Führung durch die Destillerie durfte an der Maische nicht nur geschnuppert, sondern auch probiert werden (nur Mut – es schmeckt ähnlich wie warmes Bier). Im Anschluss geht es dann zur Verkostung von fünf Aberlour Whiskys. Wer wollte, durfte auch am "Spirit" nippen ... Ein – etwas kostspieliger – Höhepunkt ist das Abfüllen der eigenen Whiskyflasche. Nun, nach der Verkostung von fünf Whiskys konnte ich dem nicht widerstehen. Jetzt hat Kommissar Brander seine ganz persönliche Whiskyflasche. (Stand: Sommer 2009)



Ben Nevis Distillery
(Fort William, Highlands)
Die Ben Nevis Distillery liegt am Fuße des gleichnamigen höchsten Berges von Schottland im Westen der Highlands bei Fort William. Kommt man auf das Gelände, schauen rechts neugierig ein paar Highland Cattles, während auf der anderen Seite Whisky-Fässer auf ihren Einsatz warten. Die Destillerie wurde 1825 gegründet und ist somit eine der ältesten Destillerien Schottlands. Die beiden Single Malts „Dew of Ben Nevis“ und „Glencoe“ sind jedoch erst seit einigen Jahren auf dem Markt – zuvor wurde der Whisky für die Produktion von Blends verwendet. Das Besucherzentrum ist gemütlich und bietet neben ein paar Whiskys eine Auswahl an Kaffee, Tee und Scones. Die Tour ist unterhaltsam. Es beginnt mit einem Film über die Legende vom »Dew of Ben Nevis« – der Gigant Hector Mc Dram. Im Anschluss folgt ein Rundgang durch die Brennerei, die vom Tourguide sehr unterhaltsam durchgeführt wird. Man muss jedoch der Sprache mächtig sein, um auch die kleinen ironischen Spitzen und Anekdoten gut zu verstehen. Zum Schluss gibt es im Café des Besucherzentrums ein Gläschen Ben Nevis. Möchte man an einer Tour teilnehmen, empfiehlt sich eine Voranmeldung. (Stand: Sommer 2009)




Blair Athol Distillery
(Pitlochry, Highlands)
Die Blair Athol Distillery steht am Ortsrand von Pitlochry, dem Tor zu den Highlands. Ich glaube, die schönste Zeit für einen Besuch der Destille ist der frühe Herbst. Eine buntgefärbte Blätterfassade strahlt einem einladend entgegen, wenn man durch das Tor zur Brennerei geht. Rechter Hand sind Rezeption und Bar, links der Distillery Shop und hinter der bunten Blätterwand versteckt sich die Brennerei. Die Tour ist kurzweilig und gibt Einblicke in die Geschichte der Brennerei und natürlich in den Produktionsprozess und am Ende gibt es ein kleines Tasting. Blair Athol erhielt 1798 die offizielle Brennlizenz – man munkelt, es wurde schon vorher gebrannt. Ursprünglich hieß die Brennerei Aldour Distillery – in Anlehnung an den nahe gelegenen Fluss „All Dour“ – nach dem Otter benannt, der in dem Flüsschen lebt. 1825 gab James Robertson der Brennerei einen neuen Namen: Blair Athol. Robertson hatte jedoch nichts mit dem nahen Ort Blair Atholl zu tun und da er die Namensrechte nicht bekam, ließ er einfach ein „l“ weg. Heute gehört die relativ kleine Brennerei zum Diageo-Konzern – wie rund 30 weitere schottische Brennereien. In der Hauptsache wird für Blended-Whiskys produziert. Ausnahme: Ein 12jähriger Blair Athol ist die einzige Single Malt Abfüllung, die dauerhaft auf dem internationalen Markt erhältlich ist. Vor Ort findet man allerdings auch limitierte Single-Malt-Sonderabfüllungen im Shop-Regal – immer eine gute Geldanlage. (Stand Sommer 2024)


Glenfiddich Distillery
(Dufftown, Speyside)
Glenfiddich ist wohl neben Macallan einer der berühmtesten und meist getrunkenen Whiskys weltweit. Die Destillerie liegt im Herzen von Whisky-Country, am Ortsrand von Dufftown. Seit ihrer Gründung im Jahre 1887 ist sie stets im Besitz der Familie William Grant geblieben und hat auch heute noch ihre hauseigene Cooperage. Glenfiddich war die erste Destillerie, die ein Besucherzentrum eröffnete und Besucher sind hier herzlich willkommen. Die Standard-Touren waren zumindest 2009 noch gratis und sie sind sehr professionell. Eine Voranmeldung war nicht notwendig (Anm.: Ich bin nicht sicher, ob diese Tour zwischenzeitlich noch möglich ist – wer es weiß, gern bei mir melden.). Es gibt einen Einführungsfilm über die Geschichte der Destillerie in sieben verschiedenen Sprachen, gefolgt von einer Führung durch die beeindruckende Anlage – 28 blitz-blanke Stills (10 Wash Stills und 18 Spirit Stills) lassen das Herz jedes Whisky-Freundes höherschlagen. Am Ende der Tour gibt es auch hier ein Schlückchen zum Probieren. Und weil es gerade ein Jubiläum zu feiern gab, bekamen wir nicht den 12-jährigen Glenfiddich, sondern einen 18-jährigen. Sláinte Mhath! Natürlich besteht auch die Möglichkeit, eine Tour mit ausgiebiger Whisky-Verkostung zu buchen. Trotz der Größe ist Glenfiddich ein Familienbetrieb geblieben. Dies zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Familie Grant sich sehr in ihrer Heimat engagiert, indem sie z. B. Förderpreise für junge Sportler und Musiker vergibt und auch als Sponsor der Highland Games in Erscheinung tritt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Balvenie Distillery, die sich ebenfalls im Besitz des Grant-Konzerns befindet. (Stand: Sommer 2009)


Highland Park Distillery
(Kirkwall, Islands)
Eines meiner liebsten Reiseziele in Schottland ist »Mainland« – die Hauptinsel der Orkney Inseln. Sie zählt gut 17.000 Einwohner, mehr als ein Drittel davon leben im Hafenstädchen Kirkwall und hier findet man auch am Ortsrand die Highland Park Distillery: Lange Warehouses auf der einen Seite, ein großes Firmengelände mit Visitor-Centre, Tastingroom und Brennerei auf der anderen, die pittoresken Kiln Pagoden sind schon von weitem zu sehen. Gebrannt wurde auf dem Gelände bereits Ende des 18. Jahrhunderts, damals noch schwarz von Magnus Eunson (in einer historischen Schrift ist so nett zu lesen: Küster bei Tag, Schwarzbrenner bei Nacht). Die offizielle Gründung der Brennerei von Robert Borwick datiert auf das Jahr 1825. Das Visitor-Centre ist einladend eingerichtet, die Whiskys werden stimmungsvoll beleuchtet präsentiert. Mehrmals täglich werden verschiedene Touren angeboten – wahlweise mit Verkostung von einem oder mehr Whiskys. Daher besser nicht mit dem Auto anreisen. Zu Fuß sind es gut 30 Minuten von Kirkwalls Zentrum bis zur Brennerei – nach einer Tour mit Tasting wird der Weg vielleicht etwas länger … Während der Hauptsaison gibt es auch einen Shuttleservice. In der Nebensaison sind spontane Besuche inkl. Teilnahme an einer Tour möglich (wobei dennoch eine Voranmeldung empfehlenswert ist). In der Hauptsaison empfiehlt sich auf jeden Fall eine Buchung vorab. Diese kann leicht über die Website der Brennerei erfolgen. Die Touren sind umfassend und informativ und auch für »Nicht-Orcadians« gut zu verstehen. Wir entscheiden uns für die »Viking Heroes Tour«. Bevor die Tour startet bekommen wir einen Dram des 10-jährigen zur Einstimmung, dann folgt die Besichtigung von Darrboden, Stilhouse und Warehouse, bevor zum Abschluss im gemütlichen Visitor-Centre drei weitere Whiskys probiert werden: ein 12- und ein 18-jähriger Highland Park, sowie der 12-jährige Viking Honour. (Stand: Frühjahr 2018)


Pulteney Distillery
(Wick, Highlands)
Pulteney war lange Zeit mit seinem Standort im Küstenörtchen Wick die nördlichste Brennerei auf dem schottischen Festland – den Rang hat ihr zwischenzeitlich allerdings die 2012 gegründete Wolfburn Distillery in Thurso abgelaufen. Aber ein Besuch lohnt sich natürlich dennoch. Gegründet wurde die Pulteney Distillery 1826 von James Henderson, sie war ca. 100 Jahre in Familienbesitz und ging seither durch einige Hände. Pulteney ist auch der Name des Ortsteils von Wick, in dem sich die Brennerei befindet – mitten im Ort aber dennoch nur wenige Hundert Meter von der Küste entfernt. Der Whisky präsentiert sich maritim, der Kenner schmeckt einen Hauch Seetang und Salz heraus, und ich persönlich finde die Form der Flaschen auch sehr gelungen – das Auge trinkt ja schließlich mit … Im Besucherzentrum gibt ein Film einen ersten Einblick zur Geschichte der Brennerei, zudem vermitteln verschiedene Schautafeln Informationen über die Geschichte der Destille und die Whiskyproduktion. Die Führung durch die Destille ist kurzweilig und interessant und unser Guide plauderte nett aus dem Nähkästchen – als alteingesessener „Wick-inger“ kennt er die Brennerei seit Kindertagen. Zum Abschluss dürfen zwei Whiskys des Hauses probiert werden, das Glas gibt es als Souvenir dazu. Sehr vorbildlich – Don’t drink and drive: Fahrer bekommen die Proben im Fläschchen mit. Besuchertouren gibt es täglich. Eine Buchung vorab über die Website sei empfohlen. (Stand Sommer 2023)



Tomatin Distillery
(Tomatin, Highlands)
Die Tomatin Distillery war die große Überraschung für uns. Eigentlich hatten wir nur einen Abstecher dorthin geplant, weil sie auf dem Weg lag – die Brennerei liegt südöstlich von Inverness nahe der A9. Der erste Eindruck bei der Ankunft: Tristes Grau, wenig einladend – es mag aber vielleicht auch am Wetter liegen … Nun, davon nicht abschrecken lassen. Auf ins Besucherzentrum und eine Tour buchen! Nach einem Einführungsfilm geht die Führung durch alle Instanzen der Whiskybrennerei, beeindruckend ist die Galerie der ehemaligen Brennmeister, deren Portraits großformatig in den Hallen hängen und ein Auge auf das Geschehen haben. Gegründet wurde Tomatin 1897, benannt nach dem Ort, an dessen Rand die Brennerei liegt. Nach einer turbulenten Vergangenheit mit Schließung, Wiedereröffnung und Weiterverkauf ist Tomatin dabei, sich einen großen Namen auf dem Whiskymarkt zu machen. Wir dürfen Mash Tuns, Wash Backs, Pot Stills, einfach alles aus nächster Nähe anschauen, ebenso die hauseigene Küferei. Alle Fragen werden geduldig, freundlich und kompetent beantwortet und zu guter Letzt darf natürlich das Tasting von vier Whiskys nicht fehlen. Besonders gefallen hat mir der Cù Bòcan – nicht zuletzt wegen der schönen Geschichte um den Geisterhund … (Stand: Sommer 2016) Stand 2023: Tomatin plant den Bau eines neuen Besucherzentrums. Daher unbedingt vorab informieren, ob ein Besuch mit Besichtigung möglich ist.



Uile Bheist
(Inverness, Highlands)
Die Distillery-Brewery „Uile Bheist“, gegründet 2022, liegt in Inverness, idyllisch am River Ness. Ob der Gedanke an Nessie bei der Namensfindung Pate stand? Uile Bheist ist gälisch und bedeutet „Monster“. Nun, Tatsache ist, dass sich die Brennerei nicht nur der Produktion von neuen Whiskys verschrieben hat, sondern sich auch von den alten schottischen Sagen inspirieren lässt. Das Logo der Distillery ziert ein Each Uisge (auch als Kelpie bekannt) – halb Pferd, halb Fisch. Diesen so hübsch anmutenden Wasserpferden geht man besser aus dem Weg, wenn sie einem begegnen, denn ein Kontakt endet in der Regel mit dem Verlust des eigenen Lebens … Die moderne Brennerei verfügt über zwei kleine Stills. Wenn man von außen durch die hohen Fensterfronten schaut, meint man vier Stills zu erkennen, aber ausgetrickst - in zwei der vier Bronzebehälter befinden sich Mash-Tuns. Die Führung durch die Brennerei ist kurzweilig, gespickt mit erwähnten schottischen Sagen. Am Ende gibt es ein Tasting: Ein Bier, einen Probierschluck des „Spirits“ und einen Blend. Welche Fässer welcher Brennereien sich in dem Blend verstecken, ist das Geheimnis von Inhaber und Head-Destiller. Den ersten eigenen Whisky dürfen wir ab 2026 erwarten. Ein Stopp bei Uile Bheist lohnt sich. Insbesondere bei schönem Wetter – was es in Schottland häufiger gibt, als manch einer denkt – kann man hier herrlich im Biergarten sitzen. Und vielleicht trefft ihr ja Alison Dexter und DCI Una MacLeod? (Stand: Herbst 2024)




Wolfburn Distillery
(Thurso, Highlands)
Die Wolfburn Destillerie liegt am Rande des Küstenstädtchens Thurso in der Grafschaft Caithness. Sie ist mit diesem Standort die nördlichste Destillerie auf dem schottischen Festland und hat damit der Pulteney Destillerie, die im nordöstlich gelegenen Fischerort Wick ansässig ist, diesen Rang abgenommen. Bereits 1821 gründete William Smith eine Destillerie mit dem Namen Wolfburn in Thurso, von der jedoch gut 50 Jahre später nicht mehr viel übrig war. Gut 150 Jahre später beschlossen zwei Whiskyfans, die Brennerei wieder aufleben zu lassen. Hierzu wurde die Destillerie unweit der Ruinen des alten Gebäudes 2012 komplett neu gebaut, ein Jahr später kam der erste Whisky ins Fass, woraus 2016 die ersten Flaschen abgefüllt wurden: der Wolfburn Northland. Für eine schnellere Reifung werden zum Teil kleinere Fässer als die sonst häufig verwendeten Barrique-Fässer genommen. Das Ergebnis nach nur drei Jahren Reifezeit war ein wenngleich noch junger, dennoch guter und relativ kräftiger Whisky. Für eine Führung ist insbesondere in der Sommerzeit eine Voranmeldung empfehlenswert. Und es ist besser, nicht mit dem Auto oder Motorrad anzureisen, denn am Ende der Tour hat man so die Möglichkeit, die verschiedenen Whiskys der Brennerei zu verkosten. (Stand Sommer 2023)


Dallas Dhu Historic Distillery
(Forres, Speyside)
Die Dallas Dhu Distillery wurde 1899 südlich in Forres von dem Glasgower Unternehmen Wright & Greig Ltd. gegründet. Bei einem Brand 1939 wurde das Stillhouse völlig zerstört, aber wieder aufgebaut. Keine fünfzig Jahre später, 1983, wurde die Destillerie stillgelegt und an die Denkmalschutzbehörde »Historic Scotland« verkauft. Es entstand ein historisches Whisky-Museum, welches dem interessierten Besucher zeigt, wie Whisky vor 100 Jahren gebrannt wurde bis hin zur modernen Produktion. Es ist ideal, um sich auf eigene Faust einmal in Ruhe ein genaues Bild von der Herstellung des Lebenswassers zu machen. Für Inhaber eines Explorer-Tickets ist der Eintritt frei. Im Besucherzentrum, in dem zumindest 2009 noch Dallas Dhu Whisky verkauft wurde, meldet man sich an. Mit einem Audio Guide ausgestattet, kann man sich in der ausgewählten Sprache auf den Rundgang begeben. So kann man in seinem eigenen Tempo die 16 Stationen ablaufen und sich bei Bedarf eine Sache zweimal anhören oder eine Station genauer ansehen, um den Produktionsprozess besser zu verstehen. Zum Abschluss geht es in einen gemütlichen Raum, in dem mitunter auch ein Film vorgeführt wird (als wir dort waren, war der Apparat gerade defekt) und es darf auch probiert werden. Gereicht wurde ein Roderick Dhu Whisky – ein Blended für den Dallas Dhu produziert hat. Das Personal ist sehr freundlich und gibt geduldig Auskunft auf Fragen – wir verweilen ein wenig länger, da vor den Türen gerade einmal wieder der schottische Sommer in vollen Strömen fließt ... (Stand: Sommer 2009)
Aberfeldy
Aberlour
Ben Nevis
Blair Athol
Dallas Dhu Historic
Edradour
Glen Moray
Glenfiddich
Glenmorangie
Highland Park
Macallan
Pulteney
Scapa
Tomatin
Uile Bheist
Wolfburn
Speyside Cooperage
The Scotch Whisky
Experience

Aberfeldy Distillery
(Aberfeldy, Speyside)
Die Aberfeldy Distillery wurde 1898 von John Dewar erbaut und liegt östlich des gleichnamigen Örtchens in der Region Perthshire. Produziert wird ein 12- und ein 21-jähriger Single Malt Aberfeldy Whisky, ein Großteil der Whiskyproduktion geht jedoch in die Dewar's Blends, die vor allem in den USA einen großen Absatzmarkt haben. Bemerkenswert an der Destillerie ist, dass das Stillhouse mit vier Brennblasen mit einer Glasfront versehen ist. So kann man sich schon mal von außen einen Einblick verschaffen. Das Wasser bezieht die Brennerei aus dem Flüsschen Pitilie, wo es munter und glasklar über und durch Basalttuffgestein plätschert.
Das Besucherzentrum ist gemütlich eingerichtet, neben Whisky und Souvenirs gibt es Kaffee, Tee und kleine Snacks. Und natürlich besteht die Möglichkeit, eine Tour durch die Destillerie zu buchen. Hier kann man sehr viel über die Geschichte des Whiskys und die Entstehung der Destillerie erfahren. Sir Thomas Robert Dewar – jüngste Sohn des Gründers John Dewar – war zu seiner Zeit eine der bekanntesten Persönlichkeiten Schottlands. Früh reiste der wortgewandte Mann umher, um Dewar's weltweit bekannt zu machen.
(Stand: Sommer 2009)
